Die Teilung des indischen Subkontinents in das moslemische Pakistan und das überwiegend hinduistische Indien durch die britischen Kolonialherren hat das Fundament zu einem bis heute schwelenden Konflikt gelegt. Dieser Konflikt offenbart sich im Streit um das ehemalige Fürstentum Kaschmir, das seit 1949 geteilt ist und hat mittlerweile eine Eigendynamik bekommen. Eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung scheint im Momentanen Stand der Dinge äußerst schwierig. Drei Kriege haben Indien und Pakistan bisher um den Himalajastaat geführt: die beiden Kaschmirkriege der Jahre 1947 und 1965 und der Krieg 1971 um Bangladesch. Keiner der Waffengänge hat den politischen und militärischen Status quo - die Aufteilung Kaschmirs zwischen Indien und Pakistan - grundlegend verändert oder den Konflikt einer Lösung näher gebracht.
Nach den Atomwaffentests in Indien und Pakistan im Mai 1998 erreichten die Spannungen zwischen den beiden Staaten eine neue Qualität. In der Folgezeit fielen erneut mehrere Hundert Menschen Gefechten an der Waffenstillstandslinie zum Opfer und dem ehemals regionalen Konflikt wurde eine weltpolitische Dimension mit hohem nuklearen Risiko verliehen.
Wie explosiv die Lage ist, zeigt die indische Reaktion auf den Terroranschlag vom 13. Dezember 2001 auf das indische Parlament in Neu Delhi, der von zwei islamitischen Gruppierungen verübt wurde, die von Pakistan unterstützt werden und aus dem pakistanischen Machtbereich heraus operieren.




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